Bündnis für Solarthermie.Stuttgart

Solarwärme - ein erwachender Riese

Die ehemalige Baden-Württembergische Umweltministerin Tanja Gönner hatte die Solarthermie einen „schlafenden Riesen“ genannt, weil der Großteil des Potentials noch nicht im Blick der potentiellen Nutzer lag.

Logo bfst-s


Mitglied werden im Bündnis für Solarthermie.Stuttgart

Nachdem das Bündnis am 24. 4. 2013 beim Symposium „Stuttgart braucht Solarthermie“ als Bürgerinititative gegründet wurde, läuft nun der Aufbau zunächst vorwiegend in Form von Internetkommunikation.

Als ersten Schritt empfehlen wir die Anmeldung als Mitglied, womit automatisch der Bezug des BfSt-S-Newsletters verbunden ist.

Auch wer nicht Mitglied der Bürgerinitiaitve (die in absehbarer Zeit gemeinnütziger eingetragener Verein werden soll) werden will, kann sich zum
Bezug des BfSt-S-Newsletters anmelden.

 

Zum Newsletter Archiv

 

“Warum eine neue Organisation?” und  Warum ein “Bündnis”?”

DGS-neu2
UrbanSolPlus - Logo (only name)
BSW_Solar_Logo1

-----------------------------------------

Sponsoren

Aysolar sunenergy systems GmbH
Clage GmbH
Sonnenkraft Deutschland GmbH

Ein Tag, der eine rote Markierung im Kalender verdient hat: Das „Bündnis für Solarthermie.Stuttgart“ ist gegründet. 45 der ca. 50 Teilnehmer des Symposiums „Stuttgart braucht Solarthermie“ haben sich auch an der Gründungsversammlung beteiligt... mehr siehe Aktuelles

Bündnis für Solarthermie.Stuttgart gegründet
Symposium mit Prof. Dr. Klaus Töpfer macht dem „schlafenden Riesen“ Beine

Solarwärme Spezialist kritisiert ENEV und DIN-Hörigkeit

Draußen strahlender Sonnenschein, drinnen im Paul-Gerhardt-Saal in Stuttgart West etwa 50 Männer und eine Frau, die ein Referat über die Energieeinsparverordnung ENEV anhören – was könnte langweiliger sein? Aber die Teilnehmer des Symposium „Stuttgart braucht Solarthermie“ hören gespannt zu, denn es geht um das, was die Handwerker, Architekten, Energieberater, Ingenieure, Solarteure, Kaufleute und Umweltschützer eint: Das große Potential der Solarwärme und wie man es endlich voll zur Geltung und Anwendung bringen könnte. Der Diplomphysiker Klaus Lambrecht von ECONSULT weist gerade nach, dass der hauptsächliche Hinderungsgrund bei Berechnungen nach EnEV darin liegt, dass solare Heizung nach DIN mit dem Standardwert von lediglich 10% solarem Deckungsanteil berücksichtigt wird. In Wirklichkeit können Solaranlagen deutlich mehr leisten, bei effizienten Gebäuden sind deutlich über 50% solarer Deckungsanteil möglich.

Ex-Umweltminister kritisiert Stromfixierung der „Energiewende“

Der das sagt ist kein nörglerischer Außenseiter, sondern der Initiator und Leiter des Deutschen Energieberatertags, Autor der Bauministeriumsbroschüre „Energie-Ausweis für Gebäude – nach ENEV 2009“ und Mitglied der ministeriellen Beratergruppe zur Erarbeitung der ENEV 2014. Da meint sogar der Hauptredner des Symposiums und ehemalige Bau- und Umweltminister Professor Dr. Klaus Töpfer, dass er hier noch etwas dazugelernt habe. Der frühere Direktor des UN-Umweltprogramms, Leiter der Ethik-Kommission für eine sichere Energieversorgung sowie Gründungsdirektor des Potsdamer Instituts für Nachhaltigkeitsforschung erklärte, die nach Fokushima eingeleitete Energiewende kranke daran, dass sie bislang nur eine Stromwende sei und den Wärmesektor ausklammere. Deshalb sei er gerne der Einladung zum Stuttgarter Solarwärme-Symposium gefolgt und hoffe darauf, dass es dazu beitragen könne, das Thema erneuerbare Wärmetechnik und speziell Solarthermie in der Öffentlichkeit, der Politik und der Anwendung voranzubringen.

Solarthermie mit Leistungsmonitoring und Emanzipation

Diese Hoffnung teilen auch die beiden Initiatoren des Smposiums, der Solarteur Bülent Aydemir und der Zukunftswerkstatt-Moderator Michael Lechler. Sie kennen Klaus Töpfer von dessen Besuch am Aysolar-Messestand bei der UN-Konferenz Habitat II in Istanbul 1966. Seitdem arbeiten sie zusammen in Öffentlichkeitsarbeit und Marketing für Solartechnik und wollen nun die erste Bürgerinitiative speziell für Solarthermie gründen. Michael Lechler, seit Mitte der 70er-Jahre in der ökologischen Erwachsenenbildung und Bürgerbewegung engagiert ist, vertrat in der vorangegangenen Pressekonferenz die Meinung, dass die meisten Solar-Initiativen sich ausschließlich oder vorwiegend auf Photovoltaik konzentrieren.

In seiner Begrüßungsrede lobte er die Ex-Umweltministerin Tanja Gönner dafür, dass sie das erste Erneuerbare Wärme-Gesetz zustande gebracht und „dem Schlagwort vom ‚schlafenden Riesen Solarthermie’ eine zitierbare Prominenz-Energie verschafft“ habe. Inzwischen sei der Riese aufgewacht, was man unter anderem daran merke, dass der Bundesverband Solarwirtschaft BSW, in dessen Fachgruppe Solarthermie Aydemir und Lechler mitarbeiten, endlich die einseitige Bevorzugung der Photovoltaik durch Gleichberechtigung beider Solartechnik-Sparten ersetze. Nun gehe es darum, die Knackpunkte der Solarthermie zu lösen, das noch vielfach fehlende „professionelle Leistungmonitoring“ und die in der Breite noch ausstehende „längst fällige Emanzipation von der traditionellen Heiztechnik-Philosophie“.

Solarthermie muss kein „Aschenputtel“-Schicksal ertragen

Bülent Aydemir zeigte in seinem Referat „Solarthermie als Erfolgsweg – Erfahrungen eines Solarteurs“ anschaulich auf, wie wichtig in diesem Markt die Aufklärungs-, Schulungs- und Öffentlichkeitsarbeit ist. Während man es in den 90er Jahren noch vorwiegend mit ökologisch motivierten Pionierkunden zu tun hatte, gehe es längst darum, sowohl Handwerker wie Energieberater, Architekten und Heizungsplaner von komplexeren innovativen Systemen der Hydraulik und Steuerung zu überzeugen. Da man aber inzwischen auf vorzeigbare Beispiele von Funktionssicherheit und Leistungsfähigkeit verweisen könne, sei auch die Argumentation bei Hausbesitzern und Investoren leichter. Und bei Treffen der ministeriellen Beratungsgruppe in Berlin habe er erlebt, dass die Leute in der Bürokratie für neue Sichtweisen und Herangehensweisen offen seien. Mehr als manche Politiker. Dazu gab Klaus Töpfer den hoffnungsvollen Kommentar: „Minister kommen und gehen, die Verwaltungsleute bleiben…“.   

Solarthermie im große Maßstab: Gebäude, Nahwärme, Wärmespeicher

Dass die Solarthermie auch hierzulande in noch weit größeren Dimensionen als den von Aydemir gezeigten Tübinger Studentenwohnheimen mit je über 120 m² Fassadenkollektoren ihre Leistungsfähigkeit beweist, konnte Dipl. Ing. Oliver Miedaner vom Solites – Steinbeis-Institut für solare und zukunftsfähige Energiesysteme zeigen. Dabei geht es um Nahwärmesysteme für ganze Wohnviertel, wobei auch Langzeit-Wärmespeicher integriert sind, wie z.B. im Crailsheimer Großprojekt. Miedaner ist im Leitungsteam des Stuttgarter Pilotprojekts „UrbanSolPLus“ zu solarthermischen Anlagen für große Gebäude. Dass dort die Beteiligung der Zielgruppen noch zu wünschen übrig ließ, hatte Aydemir und Lechler auf die Idee gebracht, mit einer „Highlight-Veranstaltung“ für Aufmerksamkeit zu sorgen…

Solarthermie kann industrielle Prozesswärme liefern

Eine weitere noch kaum beachtete und wenig entwickelte Facette der Solarthermie präsentierte Dr. Dirk Pietruschka von der Hochschule für Technik Stuttgart: Die industrielle Prozesswärme, der Fachleute ein großes Potential zuschreiben. Hier ist ein Betätigungsfeld für innovative kreative Köpfe, denn es braucht vielerlei individuelle Systemlösungen und geht nicht nur um die relativ einfachen Anlagen im Nieder- und Mitteltemperaturbereich. Auch der „schwäbische Tüftler mit Türkischen Eltern“ Bülent Aydemir ist hier aktiv, zudem in der Fachgruppe Prozesswärme des BSW engagiert und wie Dirk Pietruschka am Expertenworkshop des Umweltministeriums zu Prozesswärme beteiligt ist.

Solarthermie als Wärmelieferant in „Sonnenhäusern“

Bekannter und verbreiteter sind die „Sonnenhäuser“, die jeweils große Kollektorflächen optimal zur Sonne ausrichten und große Wärmemengen innerhalb des Hauses speichern können, das quasi um den haushohen Riesenspeicher herum gebaut wird. Der freie Architekt und Baubiologe Dipl. Ing. Jörn Gutbier von der A3e-Architektengemeinschaft präsentierte einige interessante Beispiele – nicht nur im Neubau, wo sehr elegante ganzheitliche Plus-Energie-Lösungen inclusive Photovoltaik möglich sind, sondern auch bei der Sanierung von Altbauten. 

Eine Gründungsinitiative stellt sich vor

War somit schon eine sehr vielseitige „Tour d’horizon“ der Solarthermie gelungen, so sollte nach dem Willen der Initiatoren das eigentliche „Sahnehäubchen“ des Symposiums die Gründung der Bürgerinitiative „Bündnis für Solarthermie.Stuttgart“ sein. In einer energisch und rasant vorgetragenen Präsentation stellte Bülent Aydemir die angedachten Beweggründe, Ziele, Zielgruppen, Partner und Aktivitäten des Bündnis vor. Michael Lechler veranschaulichte dies dann an drei Szenarios der möglichen Entwicklung des Bündnis. Ausführlich mit vielen Merkmalen und Aktivitäten wurde die Optimalvariante dargestellt („Alles läuft super – voran mit der Kraft des erwachten Riesen“). 

Eher kurz und grundsätzlich wurde dagegen die Problemlöser-Variante („Widerstände sind Herausforderungen und Chancen“) behandelt, wozu die Bemerkung gehörte, dass dies dem bisherigen Verlauf des Projekts entspreche, wo u. a. der Ausstieg des Hauptveranstalter-Partners verkraftet werden musste. Ein Leitsatz werde auch künftig sein: „Wir konzentrieren uns auf das, was geht und jammern nicht dem nach, was nicht geht.“ Auch das dritte, das „Pragmatismus-Szenario“ bestand weniger aus Handlungsbeispielen als aus allgemeinen Verhaltensregeln wie „Wir wissen, dass wir uns Glaubwürdigkeit und Vertrauen durch sachliche, effektive und kontinuierliche Aktivitäten erarbeiten müssen.“

Diskussion „Warum der Name „Bündnis“?

In der darauffolgenden Diskussion wurde unter anderem gefragt, warum denn der Begriff „Bündnis“ verwendet werde, dem doch oft die negative Bedeutung der Gegnerschaft zu etwas anhafte. Michael Lechler erklärte, dass damit die gewünschte Zusammenkunft und Zusammenarbeit der verschiedenen Zielgruppen sowie ihre gebündelte Power ausgedrückt werden solle. Das Bündnis sei betont eines „für“ Solarthermie und nur insoweit diese angegriffen werde – was gelegentlich real vorkomme – auch eines der Gegenwehr. Ausführlichere Erklärung hier…

 „Warum eine neue Organisation…?“

Ähnlich gelagert war die kritische Anfrage, warum man denn eine neue Gruppe brauche und nicht in bestehenden wie Stuttgart Solar oder der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie mitarbeite. Die Antwort: Man gehe von einer guten Kooperation mit diesen aus, die zum Teil schon begonnen habe oder verabredet sei. Doch die hinsichtlich Bekanntheit und öffentlicher Beachtung defizitäre Situation der Solarthermie mache ein konzentriertes und profiliertes Vorgehen nötig. Ausführlichere Erklärung hier…

Die nächsten Schritte…

Die Initiative sei aber von vornherein als ein kooperatives Netzwerk mit demokratischer Selbstorganisation konzipiert, wobei als Kommunikationsmittel vorwiegend das Internet genutzt werden solle. Auf der Homepage bfst-s.de könne man sich als Mitglied der Bürgerinitiative anmelden und an der internen Diskussion und Entscheidungsfindung teilnehmen. Mittelfristig wolle man eine Stuttgarter Büroadresse, einen gemeinnützigen Verein und die Fähigkeit zu förderwürdigen Projekten. Erste praktische Ergebnissse der Gründungsversammlung waren dann eine Liste mit Referenten und Themen für eine Vortragsreihe, eine Liste mit institutionellen Partnern und ein großes „Familienfoto“ derjenigen, die sich zum neuen Bündnis dazugesellen wollten. Die erhoffte Bildung einer „Kerngruppe“ von entschieden Mitengagierten steht zwar noch aus, dennoch wird die Veranstaltung von den Initiatoren als voller Erfolg gewertet

M.L.

Teilnehmer
Klaus Lambrecht
Bülent Aydemir
Oliver Miedaner
Klaus Töpfer
Michael Lechler
Dirk Pietruschka
Jörn Gutbier
Bündnisgruppe

footerCapLeft

[Home] [Konzeption] [Aktuelles] [Veranstaltungen] [Presse] [Kontakt] [Mitglieder]

footerCapRight